Tag: Zukunft× alle

Nicht mehr übers Wetter reden

Mach ich nicht mehr, ist anstrengend. Ja, es ist heiß (gerade), ja, ein Unwetter hat in dreißig Minuten so viel Regen abgeworfen, wie sonst im ganzen Monat nicht und die Straße stand für eine Stunde unter Wasser (letzten Samstag) und so weiter.

Ich rege mich drüber auf, aber jetzt dann doch nicht mehr. Ich kann es nicht ändern, es kommt jetzt so, wie vorhergesagt, und gut ist es.

Worüber ich reden möchte, ist Klima! Ständig, dauernd, den ganzen Tag (oft). Und natürlich wurde bereits alles gesagt und manches getan. Und trotzdem geht es den Bach runter. Und die, die es interessieren sollte, machen lieber was anderes. Politik für die eigene Lobby, Politik für Menschen mit rechtsextremen Hintergrund, zaghafte Politik, ängstliche Politik.

Und ja, ich bin ja selbst nicht nur Opfer, auch Täter. Und gerade deswegen zeige ich mit dem Finger auf die Politik. Die Erdverbrennung kann nur gesellschaftlich gestoppt werden, nicht mehr individuell und im Kleinen. Das kann doch nur groß gedacht werden oder wir verbrennen, wie die Zwerge im Drachfeuer am einsamen Berg (scnr).

Und jetzt bestelle ich mir ein Balkonkraftwerk, damit die Wärmepumpe im Sommer wenigstens kostenlos kühlen kann. Nimm das, Wetter! Und Klima!

Notizen, 09.06.2026

Ich möchte ganz viel über KI, LLM, machine learning und so schreiben, aber ich bin noch nicht so weit. Allerdings bin ich soweit, dass meine anfängliche Euphorie einer (vielleicht gesunden) Skepsis und Differenzierung gewichen ist. Am Ende ist es vielleicht das: Die Technologie an sich kann nützlich sein, die Player dahinter, der überkochende Markt, der Hyperhype, all dieses gebuzzworde a la "Wir tun jetzt überall KI rein, dann wird alles besser!" - all das kann nicht gesund sein und riecht inzwischen leider ziemlich nach Dystopie. (Der em-Dash ist von mir!)


Der Bürokratie ein Schnippchen schlagen. Ha!


Davon ab habe ich ohnehin den Verdacht, dass ein beträchtlicher Teil der modernen Allyship aus Menschen besteht, die das Wort „slay“ sagen, Regenbogen-Emojis benutzen und sich für die Rechte queerer Menschen einsetzen, solange diese bitte weiterhin die Form von fiktionalen Briten mit perfekter Hautpflege und einem Slow-Burn-Romance-Arc behalten. Es gibt zum Glück einen einfachen Test: Leg die Fanfiction weg. Hör auf über zwei Hockeyspieler zu thirsten. Pack die Projektionsfläche weg. Und stell stattdessen einen echten schwulen Mann in den Raum. Einen mit komischen Hobbys, fragwürdiger Musik, schlechten Meinungen über deine Lieblingsserie und der unangenehmen Angewohnheit, eine vollständige Person zu sein. Wenn das Interesse dann schlagartig verschwindet, war es vielleicht nie Solidarität.

Computa, make them gay and horny - jascha.wtf

Einiges gelernt, auch das Wort "allyship", hinter dem auch so eine Art rabbithole steckt.


Sowieso: Von einem rabbithole ins Nächste.


Nun kann man über den ästhetischen Wert der Propeller gewiss streiten (wobei andere Stromerzeugungsanlagen meist auch nicht gerade Augenweiden sind), aber: Wie genau soll das mit dem Niederreißen vonstatten gehen? Die Dinger stehen meist ja nicht auf staatlichem Grund und Boden, auf den Bund/Länder/Kommunen direkten Zugriff hätten, sondern auf privatem. Normalerweise auf dem von Bauern, die durch Stromerzeugung gewisse Einnahmen generieren. Auf die sie natürlich ungern verzichten würden. Auch würden sie den Teufel tun, auch nur einen Cent eigenen Geldes aufzuwenden für den Rückbau. Selbst wenn man irgendwelche Gesetze durchpeitschen würde, die die Geräte aufgrund irgendeines unwissenschaftlichen Quarks rückwirkend für illegal erklärten, müssten die betreffenden Bauern wohl entschädigt werden usw. Ich will nicht behaupten, das sei unmöglich, aber auf legalem, verfassungskonformem Wege würde das extrem teuer.

Windmühlen, Bratkartoffeln, Blagen - Fliegende Bretter

In diese Richtung habe ich mich auch kürzlich gewundert, auf unserer Fahrt durch die Uckermark und Vorpommern. Und doch geht es um nie um das wie. Es geht auch nicht um die Sache. Ich denke, dass es nicht einmal um Deutschland oder die Nation geht, am Ende geht es nur um Macht und Gehässigkeit und das man auf jemanden herabschauen oder etwas zerstören muss, um sich besser zu fühlen.