Tag: Meer× alle

Gedanken zur Fahrt

Wie lange man wohl noch mit dem Auto fahren wird? Kurze Frage, die sich beim Einsteigen ins Fahrzeug stellte, schnell wieder abgetan, denn nun fahren wir ja mit dem Auto und nicht mit dem Zug.

Durch die Uckermark und Vorpommern, vorbei an Wäldern, Felder, kleinen Dörfern und eher ruhig wirkenden Städten. Hier und da wird gegen Windkraft und Solarenenergie protestiert. Was wollen die Menschen dann, fragt man sich. Kernkraft oder Gas oder Kohle, aber bitte nicht hier im Wald. Wegen der Natur! Irgendwas muss das ja triggern, irgendeine Angst, vor der Dunkelheit vielleicht. Ob die Reiche gerade diese Menschen mit ihrer eher vergangenheitsorientierten Politik erreichen will? Wohl eher nicht. Ein Aufkleber informiert: "Druschba" - für Frieden und Freundschaft mit Russland, Öl und Gas offensichtlich inbegriffen.

Es fühlt sich an, als würde hier niemand mehr erreicht, nur noch von der Alternative, die aber keine ist. Vielleicht sind das aber auch nur Vorurteile, ein bisschen zumindest, ich bin politisch angegriffen, wund und müde, komme aus der Großstadt und bin in vielerlei Hinsicht privilegiert. Ich möchte mir kein Urteil mehr über andere erlauben.

Nur noch ans Meer.

Abwechselnd Regen, Sonne, Wolken ziehen, Wellen brechen, aber sanft, kein Sturm in Sicht und keine Brecher, langgezogener Strand, hellgelb, in der Ferne die Hotels in Swinemünde, die Kaiserbäder in einem Versuch von mondän: Kann man aber auch nicht mehr so ganz in 2026. Das Wasser ist für alle da.

Gedanken drehen sich, das Telefon bleibt in der Tasche, nur hier und da ein Foto, ansonsten Wind im Haar und auch darunter. Weit, weit weg sein und doch Pläne machen. Man müsste mal, vielleicht wird es was.

Nach Tagen wieder daheim. Der heimische Geruch umfängt mich, das normale Leben hat mich wieder zurück, schön war es und wie immer viel zu kurz.