Status - 10.07.2026
Um der anhaltenden Enshittification of everything zu entfliehen, begibt sich der Protagonist in eine Sommerpause.
dies & das
Kategorie: Notiz × alle
Um der anhaltenden Enshittification of everything zu entfliehen, begibt sich der Protagonist in eine Sommerpause.
Am Morgen durch einen Teil der alten Heimat fahren. Es sieht nicht mehr so aus wie früher, die Plattenbauten verschwinden hinter dichtem Grün, und so fühlt es sich fremd an. Und doch irgendwie heimisch. Grauer Tag mit trüben Gedanken, wird schon wieder heller werden, demnächst, im Laufe des Tages, irgendwann später.
In der U-Bahn, der neben mir sitzende junge Mann schaut irgendwas auf Tik Tok und ich muss beim Hinüberlinsen - warum auch immer - irgendwie an Neovim denken und frage mich, ob der überhaupt schon mal etwas davon gehört hat oder überhaupt weiß, was ls -la bedeutet. Verrückte Verkettung von Gedanken, wahrscheinlich eine Folge einer Urlaubsüberreife.
Heute mal die Kopfhöhrer vergessen, also keine Musik, dafür Geschnatter in der Bahn. Ich mag diese Geräuschkulisse nicht und deswegen blende ich sie eigentlich aus, heute leider nicht. Weniger Konzentration, dafür Ablenkung und fremde Gedanken, Unruhe durch Gesprächsfetzen, die nicht zuzuordnen sind, das Gehirn sucht die Fäden und bildet dabei ein Knäuel der Gedankenfragmente.
Crunchtime vor dem Urlaub, alles scheint sich auf diesen einen Moment zu verdichten. Listen abarbeiten und den letzten dicken Brocken abräumen. Hoffentlich rollt er nicht wieder rückwärts, andere müssten ihn dann auffangen. Oder so. Noch ein paar Nachrichten schreiben, Gesagtes bekräftigen oder relativieren oder der Versuch, sich verständlicher zu machen, weil man ohnehin nicht immer sofort die richtigen Worte parat hat. Der Kaffee wird langsam kalt, möge der Tag beginnen.
Schrieb eine Mail und wurde für KI gehalten. Was will man mir damit sagen?
Stell dir vor, es ist Fußball-Weltmeisterschaft und es ist dir eigentlich egal. Schon 2022 war sie mir eher egal, inzwischen ist das Ganze mir noch egaler. Ist aber nicht weiter schlimm, es ist mir nur aufgefallen. Nur schade ist es doch ein bisschen, weil Fußball mir grundsätzlich eher nicht egal ist.
Montagmorgen: Grau, frisch und ein wenig zu kalt, ein guter Tag für Ordnung und Struktur. Im Hoodie vor dem Bildschirm sitzen und Dateien verschieben. Ordnung und Struktur bedeuten Kontrolle und dann läuft vielleicht weniger aus dem Ruder. Zumindest hat man das Gefühl, den Überblick nicht ganz zu verlieren.
Dazu gehört auch Paperless. Weil ich aufgeräumte Schreibtische und leere Ordner mag, bin ich natürlich ein Fan digitaler Schreibkramaufbewahrung. Und Paperless funktioniert so erschreckend einfach, dass ich immer noch ein bisschen misstrauisch bin und die dort abgelegte Papiere nicht ganz wegschmeißen möchte, auf der Suche nach dem Haken. Den es scheinbar nicht gibt.
(Ich schreibe das mal auf, weil ich gestern unter anderem darüber gestolpert bin: Dokumentenverwaltung mit paperless-ngx - Un*xe.)
Und sonst so?
Dieser kurzen Problemskizze ging es nicht um Handlungsanleitungen, sondern darum, im Diskurs um die Ursachen des Rechtspopulismus von falschen Erklärungsmustern abzuraten und den Blick von angeblich unfähigen demokratischen Politikern als Urhebern der Misere weg auf jene zu lenken, die das demokratische Gemeinwesen nun mal tragen müssen: die Bürger. Keine Republik kann ohne Bürgerethos bestehen. Dies entlässt Regierende nicht aus der Pflicht, entlastet sie aber von einseitigen Schuldzuschreibungen durch Populisten – zu deren Erfolg die demokratische Mitte mit permanenten Fremd- und Selbstbezichtigungen ungewollt beiträgt.
AI, in contrast, cannot care about anything because it is a machine and not a person, it has no vulnerabilities, no dignity, nothing that could be hurt. Insofar as it sounds emotional and engaged, it has copied that tone from texts written by humans who were emotional and engaged. Despite that copying, all too often – at least in the experiments I did with AI so far – it often sounded incredibly bland and indifferent, producing bullshit without accountability. I often couldn’t help thinking, about its tone: a privileged kid, a bit drunk and therefore overconfident, who grew up knowing their daddy will pay for the lawyer to get them out of whatever nonsense they produce with their indifference to truth….
Ich möchte ganz viel über KI, LLM, machine learning und so schreiben, aber ich bin noch nicht so weit. Allerdings bin ich soweit, dass meine anfängliche Euphorie einer (vielleicht gesunden) Skepsis und Differenzierung gewichen ist. Am Ende ist es vielleicht das: Die Technologie an sich kann nützlich sein, die Player dahinter, der überkochende Markt, der Hyperhype, all dieses gebuzzworde a la "Wir tun jetzt überall KI rein, dann wird alles besser!" - all das kann nicht gesund sein und riecht inzwischen leider ziemlich nach Dystopie. (Der em-Dash ist von mir!)
Der Bürokratie ein Schnippchen schlagen. Ha!
Davon ab habe ich ohnehin den Verdacht, dass ein beträchtlicher Teil der modernen Allyship aus Menschen besteht, die das Wort „slay“ sagen, Regenbogen-Emojis benutzen und sich für die Rechte queerer Menschen einsetzen, solange diese bitte weiterhin die Form von fiktionalen Briten mit perfekter Hautpflege und einem Slow-Burn-Romance-Arc behalten. Es gibt zum Glück einen einfachen Test: Leg die Fanfiction weg. Hör auf über zwei Hockeyspieler zu thirsten. Pack die Projektionsfläche weg. Und stell stattdessen einen echten schwulen Mann in den Raum. Einen mit komischen Hobbys, fragwürdiger Musik, schlechten Meinungen über deine Lieblingsserie und der unangenehmen Angewohnheit, eine vollständige Person zu sein. Wenn das Interesse dann schlagartig verschwindet, war es vielleicht nie Solidarität.
Computa, make them gay and horny - jascha.wtf
Einiges gelernt, auch das Wort "allyship", hinter dem auch so eine Art rabbithole steckt.
Sowieso: Von einem rabbithole ins Nächste.
Nun kann man über den ästhetischen Wert der Propeller gewiss streiten (wobei andere Stromerzeugungsanlagen meist auch nicht gerade Augenweiden sind), aber: Wie genau soll das mit dem Niederreißen vonstatten gehen? Die Dinger stehen meist ja nicht auf staatlichem Grund und Boden, auf den Bund/Länder/Kommunen direkten Zugriff hätten, sondern auf privatem. Normalerweise auf dem von Bauern, die durch Stromerzeugung gewisse Einnahmen generieren. Auf die sie natürlich ungern verzichten würden. Auch würden sie den Teufel tun, auch nur einen Cent eigenen Geldes aufzuwenden für den Rückbau. Selbst wenn man irgendwelche Gesetze durchpeitschen würde, die die Geräte aufgrund irgendeines unwissenschaftlichen Quarks rückwirkend für illegal erklärten, müssten die betreffenden Bauern wohl entschädigt werden usw. Ich will nicht behaupten, das sei unmöglich, aber auf legalem, verfassungskonformem Wege würde das extrem teuer.
Windmühlen, Bratkartoffeln, Blagen - Fliegende Bretter
In diese Richtung habe ich mich auch kürzlich gewundert, auf unserer Fahrt durch die Uckermark und Vorpommern. Und doch geht es um nie um das wie. Es geht auch nicht um die Sache. Ich denke, dass es nicht einmal um Deutschland oder die Nation geht, am Ende geht es nur um Macht und Gehässigkeit und das man auf jemanden herabschauen oder etwas zerstören muss, um sich besser zu fühlen.
Ich verschicke ein Fax, weil eine Arztpraxis Befunde nur per Post oder Fax entgegennimmt, wenn man nicht selbst hingehen kann. Dafür scanne ich sowohl Überweisung als auch Befund ein, denn beides liegt mir nur in Papierform vor. Ich bearbeite sie, hoffe auf Lesbarkeit und verschicke das Fax über einen Fax-Anbieter im Netz, denn einen Drucker oder ein Fax habe ich nicht.