Kategorie: Blogosophie

  • Schnpsl IX

    Lange nichts mehr aufgeschrieben, stattdessen Hühnerbrühe und Skyrim. Krank auf der Couch gegammelt, dutzende Packungen Papiertaschentücher verbraucht und nicht einmal was gelesen. Dafür Sudoku!

    Keine Energie, Männerschnupfen.

    Nach Tagen merkt man dann, wie die Energie wieder zurückkehrt und wie einen dieses Gegammel, dass man drei, vier Tage so sehr liebte, unendlich anödet. Und dann steigt man wieder ein, in den Alltag, die Verpflichtungen, die Mails und Telefonate und so weiter und schon sehnt man sich zurück, nach dem Gammelleben und der Couch, nach der Ruhe und dem Stillstand.

    Dann aber: Ein schöner Sonnenaufgang.

     

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  • Schnpsl VIII

    Morgens pladdert Regen an die Fenster, aufs Dach, es sind -4 Grad. Da alles verschneit ist, hält sich die Vereisung in Grenzen, man regt sich auch nicht mehr auf. Homeoffice rettet den Tag.

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    Störender Lärm des nervigen Lüfters eines neuen Thinkpads, dass sich stundenlang mit Neuinstallationen beschäftigt.

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    Bin scheinbar Teil eines Bürokratiemonsters und komme da nicht mehr raus.

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    Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen.

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    Liegt es eigentlich am Alter, dass man scheinbar immer weniger positiv in die Zukunft schaut oder ist es die Flut an negativen Nachrichten, die ständig auf einen einprasseln, wenn man sich nicht regelmäßig mit Corgi-Reels bei Instagram ablenkt?

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    Ein kleiner von mir allein steuerbarer Bot in meinem Rechner, der auf Zuruf Dinge erledigt, regelt, whatever, aber gleichzeitig nicht gefährlich ist? Eigentlich so etwas, nur in weniger bedrohlich und beängstigend. Freitagabend auf der Couch liegend, per Messenger dem Bot sagen, er solle doch mal Jellyfin auf dem Homeserver zum Laufen bringen, damit man sich durch seine eigene Mediathek suchten kann. Klingt ganz nett.

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  • Alles abschalten und sich verstecken wollen

    Neulich im Wartezimmer beim Arzt: Patient kommt rein mit Termin, aber schaut trotzdem irgendwie mürrisch, vielleicht weil es draußen furchtbar kalt und unglaublich glatt ist. Er erfährt von der medium freundlichen Dame am Empfangstresen, dass der Termin, den er über eine bekannte App buchte, nicht für Kassenpatienten sei und er nun entweder wieder gehen (Wir haben keinen Platz mehr für Kassenpatienten!) oder den Termin wahrnehmen und selbst bezahlen könne. Darauf entspann sich eine bisweilen leicht vorhersagbare Diskussion, die in einer Fundamentalkritik am Gesundheitssystem (so wie wir es aus sozialen Netzen kenn nur in echt!) gipfelte und in der Aussage, bei der sich beide wieder zusammenfanden, dass man ja DIESE Regierung nicht gewählt habe.

    Häh?

    Eine Twitter-Diskussion (wie damals), in der man quasi vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt, in real life und das war für den Beobachter nicht nur unangenehm, sondern hinterlässt einen eher sprachlos und mit Fragezeichen.

    Die bekannte Arzttermin-App funktioniert doch leider nur noch so, dass einem möglichst private Termine angezeigt werden, quasi ausnutzend, dass Arzttermine für jedermensch schwer zu bekommen sind. Was oft dazu führt, dass Arztpraxen dieses System nicht mehr nutzen. Aber vielleicht wusste der Herr das noch nicht oder es ist jetzt erst bewusst geworden. Und dann diese Fundamentalkritik an allem. Das System, die Behörden, DIE REGIERUNG!

    Unangenehm.

    Und dann auch noch die Frage, die unbeantwortet blieb, wenn man denn gewählt haben mag, wenn nicht diese ominösen DIE? Ich befürchte, die Antwort zu erahnen und behaupte einfach mal, dass der Herr nach der nächsten Wahl sein blaues Wunder erleben könnte. Und ich würde mich gerne irren.

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  • Schnpsl VII

    „Manchmal passieren schlechte Dinge einfach.“

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    Schneehimmel mit Rauhreif.

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    ARD-Mediathek: In höchster Not – Und sich nach der letzten Folge fragen: Wie, das wars schon? Eine der besten Dokus des Jahres.

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    Es ist wieder diese Zeit, in der dich nach einem grauen Tag kurz vor dem Einschlafen Gedanken an Dinge heimsuchen, die du eigentlich ganz unten, ganz hinten in deinen gedanklichen Schubladen verpackt hast. Aus Gründen. Dann liegst du da und bist platt und erschrocken und es einfach nur dunkel und kalt und du fühlst dich übermannt, von allem und lenkst dich, mit einem blöden Buch, das aber in genau dieser Situation perfekt ist.

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    15 years – fühlt man.

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  • Verdrossenheit und so

    Im Supermarkt an der Kasse, Menschen unterhalten sich, ach nein, sie reden über Politik. Und Politik ist ja quasi überall, wenn man so will, und deswegen hat auch jeder eine Meinung dazu. Meistens keine gute. Zu zaghaft, zu viele Diskussion, zu schwergängig, zu abgehoben, zu korrupt, keine Politik für mich, die kleine Frau, den kleinen Mann, überhaupt Gendern und die Grüüüünen und vor allem die Ausländer. Man kennt es.

    Und ich stehe dahinter und versuche nicht zynisch zu werden. Boomer abstempeln und so, ist auch nicht besser. Aber was wollen die überhaupt? Ist es nicht so, dass die sich auch darüber aufregen würden, wenn alles mit starker Hand und ohne Diskurs entschieden würde und der Ausgleich von Meinungen (Demokratie!) in ein „Ist mir doch wurscht, wat du denkst.“ (Diktatur!) umschwenken würde? Aber ich rege mich dann doch nicht weiter auf, ist doch egal. Diesen Leuten kann man es nicht recht machen. Und durch social media wird diese Aufregungskultur auch noch gepusht.

    Da werde ich dann verdrossen. Menschenverdrossen. Auch nicht schön.

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  • Schnipsel – 08.09.2025

    Letzte Woche eine Begegnung mit einer Zecke. Zum Glück war eine Zeckenkarte vorhanden, mit der das Ding recht unproblematisch entfernt werden konnte. Inklusive Kopf. Ich habe nicht gegoogelt und beobachte mich selbst auf konventionelle unkonventionelle Weise.

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    The natural phenomenon of upwelling, which occurs annually in the Gulf of Panama, failed for the first time on record in 2025.

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    Überhaupt Klima und so: Beim Rasenmähen den Podcast „Erde und Umwelt“ gehört. Man benötigt schon viel Ambiguitätstoleranz, um seinen eigenen Alltag angesichts der schieren Unüberwindbarkeit der Klimakatasrophe aushalten zu können. Auf der einen Seite heizen wir mit einer Wärmepumpe (wahnsinnig effizient) und essen weniger Fleisch, auf der anderen Seite fahren wir einen Verbrenner (der läuft und läuft und läuft) und haben auch sonst Gewohnheiten, die wir uns zukünftig abgewöhnen sollten (zum Beispiel einen Rasen haben und keine Wiese). Oder besser: Uns daran gewöhnen, dass immer weniger so sein wird, wie wir es mal kannten. Spätestens für unsere Kinder.

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    „Habeck ist blöd, weil er Politik macht“

    „Habeck ist blöd, weil er keine Politik macht.“

    Schrödingers Habeck?

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    In RSS-Feeds schwelgen, nur noch RSS-Feeds abonnieren. Dabei den Google-Reader vermissen, tolles Tool, nur nicht für Google. Schade. FreshRSS tut es allerdings auch.

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  • Journal – 29.08.2025

    Schon vor Jahren dachte ich mir immer, wenn ich im Internet las und ganz im Besonderen hier, dass es doch nett wäre, selbst mal was aufzuschreiben. Und nun stellte ich fest, dass ich das ab und zu schon seit bald 20 Jahren mache – immer mal wieder, wie zum Beispiel hier. Irgendwie macht es immer noch Spaß, auch wenn ich es immer noch regelmäßig vernachlässige, um dann wieder zurückzukehren. Also formuliere ich nun den Wunsch an mein eigenes Ich, mit ein wenig Disziplin ein wenig mehr Regelmäßigkeit in dieses Dingens zu bringen, um dem erwähnten Spaß ein wenig mehr Dauerhaftigkeit zu gönnen. Na dann.

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    TLDR: Ich hasse Schubladendenken und selbiges verursacht bei mir ziemliche Bauchschmerzen.

    Lese und höre in letzter Zeit viel über „die Linken“ und fühle mich selbst dabei merkwürdig angegriffen. Dabei habe ich mich selbst nie als „Linken“ wahrgenommen. Na ja, vielleicht bis auf die Zeit, in der ich voller Idealismus an das Gute im Menschen glaubte. Heute – um Jahre gealtert und nicht mehr ganz so blauäugig – arbeite ich eher daran, die Welt nicht ganz so zynisch zu sehen. Trotzdem fühle ich mich angegriffen, wenn virtuelle Diskurse zum Thema „Links“ aufgemacht werden, vor allem, weil mir die generelle Schubladisierung ziemlich auf den Zünder geht. Als wäre jemand, der sich für eine gerechtere Verteilung von Ressourcen einsetzt, gleichzeitig jemand, der die Vermögenden nicht nur gleich ganz enteignet, sondern diese auch noch in einen Gulag am Ende der Welt befördert. Also so hört sich das manchmal an. Was für ein Quark.

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    In einem Alter sein, in dem Kinder ausziehen wollen und werden.

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    Da ich selbst kein Sysadmin bin, sondern nur Hobbybastler, engagierte ich ChatGPT, um mich bei der Einrichtung von Home Assitant zu unterstützen. Stellt sich raus: RTFM! Sonst muss nämlich ChatGPT die Fehler, die es selbst eingebaut hat, auch noch selbst ausbügeln. Ansonsten ist so ein Chatbot trotzdem hilfreich, vor allem, wenn man nach stundenlangem Einlesen in Dokumentationen auch wirklich weiß, was man tut. Der Chatbot ist – derzeit – also auch nur eine Art Taschenrechner für Sprache. Oder so

  • Irritation

    Dieses Ziehen im Magen, immer wenn jemand etwas sagt, was in etwa so klingt: Die Linken müssen auch mal lernen, andere Meinungen zu akzeptieren. Und dann scheinen die Personen zu meinen, dass Linke grundsätzlich keine andere Meinung zuließen und dann fragt man vielleicht nach, was denn damit gemeint sei und es kommt raus: Weil du offensichtlich linke Positionen vertrittst (Menschlichkeit und so) und gleichzeitig populistischen und rechtsextremen Kackscheiß (schön in blau verpackt) verabscheust, bist du ein verbohrter linker Irrer, der andere Meinungen canceld. Und das wird man doch mal sagen dürfen! So als wäre dieser populistische und rechtsextreme Kackscheiß tatsächlich eine im demokratischen Raum zu akzeptierende Meinung und nicht eine auf Manipulation und Lügen aufgebaute Ideologie der Menschenverachtung, gegen die man in einer Demokratie tatsächlich ankämpfen muss, ganz egal ob man nun links, grün oder christlich oder sonstwas ist. Sehr irritierend!

  • Szenen einer Ehe

    2015: Er trinkt Kaffee aus einer Tasse, die mit Liebeserklärungen bedruckt ist und er denkt an sie und freut sich täglich darüber, weil er fest davon überzeugt ist, dass sie es war, die ihm die Tasse auf den Tisch im Büro gestellt hatte. Sie macht sich Gedanken, weil er täglich Kaffee aus einer Tasse trinkt, die mit Liebeserklärungen bedruckt ist, und fragt sich, wer sie ihm wohl geschenkt habe und was sie, die andere, ihm bieten könne, was sie nicht kann, schließlich schaut er doch immer so glücklich, wenn er seinen Kaffee aus dieser Tasse trinkt.

    2021: Nachdem sie sich im Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg zur Verkündung des Scheidungsurteils getroffen trafen, ging jeder seiner eigenen Wege und an immer weniger werdenden Stellen kreuzen sich diese, mit Spannungen und Verwindungen, ein bisschen Vergessen, kein Verzeihen. Das Missverständnis mit der Tasse wurde in den Jahren des Kampfes nur am Rande aufgeklärt und eher von ihm als von ihr als ein Symptom des Verfalls erkannt, welches es mit großer Wahrscheinlichkeit war.

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  • Sommerabend

    Wir sitzen da so und es ist noch heiß und ein Sonnenuntergang findet statt, ein gar nicht mal so übler Zustand. Wir trinken Wein mit Tonic und ich weiß gar nicht so recht, wie ich darauf gekommen bin. Nachmittags sind wir über einen See gefahren und der Sommer war dann plötzlich da, also dieses Sommergefühl, als hätte man Urlaub und der würde nie enden. Dabei dachte ich mir, dass Wein mit Tonic eine colle Idee wäre, als säße man in einer Bar und bräuchte einen angenehmen Abschluss eines perfekten Tages und hatte dann diesen Geschmack auf der Zunge.

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