Kategorie: Blogosophie

  • Schnpsl VII

    „Manchmal passieren schlechte Dinge einfach.“

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    Schneehimmel mit Rauhreif.

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    ARD-Mediathek: In höchster Not – Und sich nach der letzten Folge fragen: Wie, das wars schon? Eine der besten Dokus des Jahres.

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    Es ist wieder diese Zeit, in der dich nach einem grauen Tag kurz vor dem Einschlafen Gedanken an Dinge heimsuchen, die du eigentlich ganz unten, ganz hinten in deinen gedanklichen Schubladen verpackt hast. Aus Gründen. Dann liegst du da und bist platt und erschrocken und es einfach nur dunkel und kalt und du fühlst dich übermannt, von allem und lenkst dich, mit einem blöden Buch, das aber in genau dieser Situation perfekt ist.

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    15 years – fühlt man.

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  • Verdrossenheit und so

    Im Supermarkt an der Kasse, Menschen unterhalten sich, ach nein, sie reden über Politik. Und Politik ist ja quasi überall, wenn man so will, und deswegen hat auch jeder eine Meinung dazu. Meistens keine gute. Zu zaghaft, zu viele Diskussion, zu schwergängig, zu abgehoben, zu korrupt, keine Politik für mich, die kleine Frau, den kleinen Mann, überhaupt Gendern und die Grüüüünen und vor allem die Ausländer. Man kennt es.

    Und ich stehe dahinter und versuche nicht zynisch zu werden. Boomer abstempeln und so, ist auch nicht besser. Aber was wollen die überhaupt? Ist es nicht so, dass die sich auch darüber aufregen würden, wenn alles mit starker Hand und ohne Diskurs entschieden würde und der Ausgleich von Meinungen (Demokratie!) in ein „Ist mir doch wurscht, wat du denkst.“ (Diktatur!) umschwenken würde? Aber ich rege mich dann doch nicht weiter auf, ist doch egal. Diesen Leuten kann man es nicht recht machen. Und durch social media wird diese Aufregungskultur auch noch gepusht.

    Da werde ich dann verdrossen. Menschenverdrossen. Auch nicht schön.

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  • Schnipsel – 08.09.2025

    Letzte Woche eine Begegnung mit einer Zecke. Zum Glück war eine Zeckenkarte vorhanden, mit der das Ding recht unproblematisch entfernt werden konnte. Inklusive Kopf. Ich habe nicht gegoogelt und beobachte mich selbst auf konventionelle unkonventionelle Weise.

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    The natural phenomenon of upwelling, which occurs annually in the Gulf of Panama, failed for the first time on record in 2025.

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    Überhaupt Klima und so: Beim Rasenmähen den Podcast „Erde und Umwelt“ gehört. Man benötigt schon viel Ambiguitätstoleranz, um seinen eigenen Alltag angesichts der schieren Unüberwindbarkeit der Klimakatasrophe aushalten zu können. Auf der einen Seite heizen wir mit einer Wärmepumpe (wahnsinnig effizient) und essen weniger Fleisch, auf der anderen Seite fahren wir einen Verbrenner (der läuft und läuft und läuft) und haben auch sonst Gewohnheiten, die wir uns zukünftig abgewöhnen sollten (zum Beispiel einen Rasen haben und keine Wiese). Oder besser: Uns daran gewöhnen, dass immer weniger so sein wird, wie wir es mal kannten. Spätestens für unsere Kinder.

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    „Habeck ist blöd, weil er Politik macht“

    „Habeck ist blöd, weil er keine Politik macht.“

    Schrödingers Habeck?

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    In RSS-Feeds schwelgen, nur noch RSS-Feeds abonnieren. Dabei den Google-Reader vermissen, tolles Tool, nur nicht für Google. Schade. FreshRSS tut es allerdings auch.

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  • Journal – 29.08.2025

    Schon vor Jahren dachte ich mir immer, wenn ich im Internet las und ganz im Besonderen hier, dass es doch nett wäre, selbst mal was aufzuschreiben. Und nun stellte ich fest, dass ich das ab und zu schon seit bald 20 Jahren mache – immer mal wieder, wie zum Beispiel hier. Irgendwie macht es immer noch Spaß, auch wenn ich es immer noch regelmäßig vernachlässige, um dann wieder zurückzukehren. Also formuliere ich nun den Wunsch an mein eigenes Ich, mit ein wenig Disziplin ein wenig mehr Regelmäßigkeit in dieses Dingens zu bringen, um dem erwähnten Spaß ein wenig mehr Dauerhaftigkeit zu gönnen. Na dann.

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    TLDR: Ich hasse Schubladendenken und selbiges verursacht bei mir ziemliche Bauchschmerzen.

    Lese und höre in letzter Zeit viel über „die Linken“ und fühle mich selbst dabei merkwürdig angegriffen. Dabei habe ich mich selbst nie als „Linken“ wahrgenommen. Na ja, vielleicht bis auf die Zeit, in der ich voller Idealismus an das Gute im Menschen glaubte. Heute – um Jahre gealtert und nicht mehr ganz so blauäugig – arbeite ich eher daran, die Welt nicht ganz so zynisch zu sehen. Trotzdem fühle ich mich angegriffen, wenn virtuelle Diskurse zum Thema „Links“ aufgemacht werden, vor allem, weil mir die generelle Schubladisierung ziemlich auf den Zünder geht. Als wäre jemand, der sich für eine gerechtere Verteilung von Ressourcen einsetzt, gleichzeitig jemand, der die Vermögenden nicht nur gleich ganz enteignet, sondern diese auch noch in einen Gulag am Ende der Welt befördert. Also so hört sich das manchmal an. Was für ein Quark.

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    In einem Alter sein, in dem Kinder ausziehen wollen und werden.

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    Da ich selbst kein Sysadmin bin, sondern nur Hobbybastler, engagierte ich ChatGPT, um mich bei der Einrichtung von Home Assitant zu unterstützen. Stellt sich raus: RTFM! Sonst muss nämlich ChatGPT die Fehler, die es selbst eingebaut hat, auch noch selbst ausbügeln. Ansonsten ist so ein Chatbot trotzdem hilfreich, vor allem, wenn man nach stundenlangem Einlesen in Dokumentationen auch wirklich weiß, was man tut. Der Chatbot ist – derzeit – also auch nur eine Art Taschenrechner für Sprache. Oder so

  • Irritation

    Dieses Ziehen im Magen, immer wenn jemand etwas sagt, was in etwa so klingt: Die Linken müssen auch mal lernen, andere Meinungen zu akzeptieren. Und dann scheinen die Personen zu meinen, dass Linke grundsätzlich keine andere Meinung zuließen und dann fragt man vielleicht nach, was denn damit gemeint sei und es kommt raus: Weil du offensichtlich linke Positionen vertrittst (Menschlichkeit und so) und gleichzeitig populistischen und rechtsextremen Kackscheiß (schön in blau verpackt) verabscheust, bist du ein verbohrter linker Irrer, der andere Meinungen canceld. Und das wird man doch mal sagen dürfen! So als wäre dieser populistische und rechtsextreme Kackscheiß tatsächlich eine im demokratischen Raum zu akzeptierende Meinung und nicht eine auf Manipulation und Lügen aufgebaute Ideologie der Menschenverachtung, gegen die man in einer Demokratie tatsächlich ankämpfen muss, ganz egal ob man nun links, grün oder christlich oder sonstwas ist. Sehr irritierend!

  • Szenen einer Ehe

    2015: Er trinkt Kaffee aus einer Tasse, die mit Liebeserklärungen bedruckt ist und er denkt an sie und freut sich täglich darüber, weil er fest davon überzeugt ist, dass sie es war, die ihm die Tasse auf den Tisch im Büro gestellt hatte. Sie macht sich Gedanken, weil er täglich Kaffee aus einer Tasse trinkt, die mit Liebeserklärungen bedruckt ist, und fragt sich, wer sie ihm wohl geschenkt habe und was sie, die andere, ihm bieten könne, was sie nicht kann, schließlich schaut er doch immer so glücklich, wenn er seinen Kaffee aus dieser Tasse trinkt.

    2021: Nachdem sie sich im Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg zur Verkündung des Scheidungsurteils getroffen trafen, ging jeder seiner eigenen Wege und an immer weniger werdenden Stellen kreuzen sich diese, mit Spannungen und Verwindungen, ein bisschen Vergessen, kein Verzeihen. Das Missverständnis mit der Tasse wurde in den Jahren des Kampfes nur am Rande aufgeklärt und eher von ihm als von ihr als ein Symptom des Verfalls erkannt, welches es mit großer Wahrscheinlichkeit war.

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  • Sommerabend

    Wir sitzen da so und es ist noch heiß und ein Sonnenuntergang findet statt, ein gar nicht mal so übler Zustand. Wir trinken Wein mit Tonic und ich weiß gar nicht so recht, wie ich darauf gekommen bin. Nachmittags sind wir über einen See gefahren und der Sommer war dann plötzlich da, also dieses Sommergefühl, als hätte man Urlaub und der würde nie enden. Dabei dachte ich mir, dass Wein mit Tonic eine colle Idee wäre, als säße man in einer Bar und bräuchte einen angenehmen Abschluss eines perfekten Tages und hatte dann diesen Geschmack auf der Zunge.

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  • Journal – 11.06.2025

    Ich komme mir vor, als wäre ich in den Maschinenraum gefallen und stecke nun dort fest. Basteln hier (Excel), basteln dort (irgendwas mit Text), dann fällt einem der Schraubenschlüssel hinter die Maschine und man kriecht verkrampft in abgelegenste Winkel. Und oft fängt das Elend mit dem Satz „Ich will nur mal kurz schauen.“ an.

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  • Journal – 22.05.2025

    Wenn man sich vorstellt – als jemand, der in den Neunzigern desöfteren rechte Gewalt selbst miterleben musste – dass man sich seitdem nicht nur nicht weiterentwickelt hat, sondern sich noch weiter zurück, in noch braunere Zeiten bewegt, dann wird einem nicht nur mulmig. Und zwischendurch sah es doch mal so aus, als wäre die Welt tatsächlich bunt und fabelhaft. oder war das nur angetäuscht? Was soll das?

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    In der Bahn sitzt neben mir ein älterer Herr, der einen längeren Text bei ChatGPT eintippt. Erst dachte ich, er promptet wild vor sich hin, dabei ließ er sich nur etwas übersetzen.

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    Musik hören und nach unten schauen – mein neues Hobby in der Bahn.

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    10.000 Schritte am Tag und jeden Tag Obst und Gemüse, als wollte man 100 jahre alt werden. In dieser Welt?

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    Heute draußen eher grau, windig bist stürmisch, Sonne wäre mir lieber.

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  • Journal – 14.05.2025

    Die Nachtigall am U-Bahnhof – ein morgendlicher Gruß. Jemand raucht einen Joint, riecht man  meilenweit, kleine Beruhigung am Morgen, wahrscheinlich.

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    Ich habe einen Feedreader und ich werde alle Feeds lesen. Und ich bin zufrieden. Nicht so zufrieden, wie zu Zeiten des Google-Readers, der gefühlt perfekt war, aber für meine Bedürfnisse – Blogs lesen, als wäre es 2005 oder so – reicht das vollkommen aus. Leider habe ich noch keinen gangbaren Weg gefunden, ungelesene Lesezeichen aus meinem Pinboard-Dingens über RSS in meine Reader zu lesen, wird aber sicher noch. Dann wäre alles soweit perfekt. Bis die nächste Idee anklopft.

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    Neulich versuchte ich zu erklären, welche Vorteile ich für mich durch die Verwendung von ChatGPT sehe: Anstatt – wie ich es sonst vielleicht gemacht hätte – die Bedienungsanleitung für Ding X zu lesen (bzw. durchzublättern) und dabei zufällig die Lösung eines Problems mit dem Ding X zu finden, chatte ich nun mit der Bedienungsanleitung und frage sie ganz konkret nach dem Problem und zwar so lange, bis ich eine zufriedenstellende Antwort oder Lösung erhalte. Und so wird für mich aus dem „read“ in RTFM ein „ask“ und damit heißt es dann wohl: ATFM!

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    Schlechte Gewohnheiten abzutrainieren ist zehn Mal schwerer, als sich diese anzutrainieren.