Hitzestau zum Sommeranfang

(Und dabei wollte ich nicht mehr übers Wetter reden.)

Und wieder an der Werkbank. Niemand interessiert sich für Hitzewellen und Rekordtemperaturen, das Fließband läuft weiter, auch wenn es nur ein sehr leises ist. Ein sich ständig, wie von Geisterhand von selbst wieder auffüllendes Postfach, das einem kaum Zeit zum durchatmen lässt. Termine, Termine, Termine. Und so tippt man leise vor sich her, bewegt unsichtbare Brocken von A nach B, Textarbeit und Dokumentationen lesen. Ganz ohne Chatbots oder Token, einfache Fließbandarbeit, sitzend. (auf Mastodon, irgendwann wird man das auch mal zusammenführen)

Morgens durch den Garten streifen, es ist kühl und grün, überall blüht etwas, Bienen und Hummeln sorgen für regen Verkehr. Über Funkien nachdenken, wie sie über den Weg wachsen und die klare Form der Steine unter den dicken Blättern verschwindet. Seit Jahren nun als Gärtner unterwegs, erst widerwillig, weil all die Pflanzen so klein waren und die Struktur überhaupt nicht so aussah, wie man es sich eigentlich mal gedacht hat. Geduld lernen. Zuschauen, wie aus angedeuteten Beeten organische Strukturen wachsen, im Winter kahl und verfallen, zum Frühjahr hin anwachsend und bis zum Sommer hin dicht grün, mit Blüten durchzogen, bis zum Herbst, in dem der Garten rot und golden dem Jahresende entgegen geht.

Und so startet man den Tag, bevor alle Fenster verschlossen werden und die Jalousien den Alltag verdunkeln, damit die Hitze draußen bleibt.

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